Funkdosimetrie

Das Telemetriesystem TELDOS dient zur drahtlosen Übertragung von Dosis und Dosisleistung über Entfernungen von bis zu 500 m. Dies ist die ungefähre maximale Reichweite im Freien. Hindernisse wie Gebäude setzen die Reichweite herab. Auch innerhalb von Gebäuden hängt die Reichweite stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Die tatsächlich erzielbare Reichweite muss daher im Einzelfall durch Versuche ermittelt werden.

Die Daten werden auf dem 70 cm-Band (433 MHz) FM-moduliert übertragen. Die FM-Modulation gewährt ein hohe Störsicherheit. Die Datensicherheit wird durch ein spezielles Protokoll gewährleistet.

Hinweise zum 70 cm ISM-Band (Frequenzbereich: 433,05 MHz - 434,79 MHz): Das ISM-Band ist ein Frequenzbereich, der für die drahtlose Übertragung von Messwerten und Fernwirksignalen freigegeben ist. Dieser Frequenzbereich wird allerdings auch von anderen Funkdiensten und Hochfrequenzgeräten benutzt. Da auf diesem Band häufig nur Geräte mit geringer Sendeleistung (kleiner 10 mW) und damit geringer Reichweite vertreten sind, sind gegenseitige Störungen zwar unwahrscheinlich und von der örtlichen Lage abhängig, aber leider nicht ausgeschlossen. Sollten dennoch Übertragungsstörungen, bedingt durch andere Funkdienste, auftreten, so kann man versuchen, auf eine andere Frequenz auszuweichen. Im Frequenznutzungsplan der Bundesnetzagentur (Stand April 2008) der Bundesrepublik Deutschland ist im Frequenznutzungsteilplan Nr. 223 der Eintrag 223003, in dem im Bereich 433,05 MHz bis 434,79 MHz eine zivile Funkanwendung geringer Reichweite (SRD) freigegeben ist. Die Belegungsdauer darf 100% betragen bei einer Sendeleistung von 10 mW ERP. Allerdings ist im selben Frequenzteilplan unter Eintrag 223004 auch ein Betriebsfunk für Fernwirktechnik mit einer Sendeleistung von bis zu 5 W ERP fast im gleichen Frequenzbereich (433,0875 - 434,7625 MHz) freigegeben. In Betrieben, in denen dieser Betriebsfunk genutzt wird, oder in der näheren Umgebung solcher Betriebe muss man sich genau informieren, auf welchen Frequenzen dieser Funk genutzt wird, da ansonsten Störungen zu erwarten sind.

Es besteht die Möglichkeit, bis zu 15 Datensender gleichzeitig an einem Empfänger zu betreiben. Hierbei senden die Datensender unidirektional auf leicht unterschiedlichen Frequenzen. Auf der Empfängerseite können die Daten durch einen PC oder Laptop visualisiert und ausgewertet werden.

Das TELDOS-System wird flexibel aus folgenden Komponenten aufgebaut:

  • Der Datensender 6150AD-DS wird an die Sondenbuchse eines normalen 6150AD angeschlossen, wird über diese Verbindung mit Strom versorgt, wertet die serielle Schnittstelle des 6150AD aus und sendet diese Daten an den Datenempfänger 6150AD-DE. Hierdurch wird ein normales 6150AD zu einem »funkenden« 6150AD.

  • Das Funkdosimeter ALADOX-S sendet die Dosis und einige weitere Daten an den Datenempfänger 6150AD-DE. Wünschenswert wäre natürlich gewesen, ein normales ALADOX durch einen Zusatz zu einem Funkdosimeter zu machen. Dies wäre technisch in Form eines funkenden Dosimeterlesers auch machbar. Allerdings kann ein solcher funkender Dosimeterleser nicht ausreichend klein hergestellt werden. Daher gibt es das Funkdosimeter ALADOX-S, das nur wenig größer ist als das normale ALADOX.

  • Der Datenempfänger 6150AD-DE empfängt die Daten einer beliebigen Mischung aus insgesamt maximal 15 Datensendern 6150AD-DS (»funkende« 6150ADs) und Funkdosimetern ALADOX-S und gibt diese Daten über eine serielle RS232-Schnittstelle an einen PC weiter. Durch ein geeignetes Kommando auf dieser Schnittstelle kann der PC den Frequenzkanal einstellen, auf dem empfangen wird. Der PC stimmt also den Datenempfänger ab.

  • Die PC-Software TELDOS-M kommuniziert mit dem Datenempfänger 6150AD-DE (Anwählen und Auslesen der Kanäle) und zeigt die Messwerte auf dem PC an.

Alle beteiligten Sender (Datensender 6150AD-DS und Funkdosimeter ALADOX-S) müssen auf unterschiedlichen Frequenzen senden, da es sonst zu gegenseitigen Beeinträchtigungen kommt. Die Frequenz eines jeden Senders lässt sich daher einstellen, wozu aber ein Öffnen des jeweiligen Gerätes erforderlich ist. Diese Einstellung nehmen wir für Sie vor. Wenn Sie bereits Sender besitzen, teilen Sie uns bitte vor Nachbestellung deren Frequenzen mit, damit wir die neuen Sender auf andere Frequenzen einstellen können.

Der Empfänger 6150AD-DE kann zu einem gewissen Zeitpunkt nur auf eine Frequenz abgestimmt sein, nicht auf mehrere gleichzeitig. Hieraus folgt, dass die bis zu 15 Sender nicht gleichzeitig empfangen werden können, sondern nach einem Zeitscheibenverfahren ein Sender nach dem anderen an die Reihe kommt. Hierzu stimmt die Software TELDOS-M den Empfänger durch Kommandos über die serielle Schnittstelle ab.


6150AD-DSDer Datensender 6150AD-DS wird mit einem normalen Sondenkabel an ein normales 6150AD angeschlossen. Über die serielle Schnittstelle des 6150AD liest er die Dosisleistung und sendet sie an den Datenempfänger 6150AD-DE. Die Stromversorgung erfolgt aus dem 6150AD, sodass der Datensender keine eigene Batterie benötigt.

Der Datensender hat seitlich zwei parallel geschaltete Sondenbuchsen. Über eine dieser Buchsen wird er mit dem 6150AD verbunden, über die andere Buchse kann ebenfalls mit einem normalen Sondenkabel eine Sonde an das 6150AD angeschlossen werden. Dann wird der Messwert der Sonde übertragen.

Der Datensender sieht auf den ersten Blick unseren Digitaldosimetern ziemlich ähnlich. Dies ist kein Zufall, da wir zu seinem Bau ein modifiziertes Dosimetergehäuse verwenden.


ALADOX-SDas Funkdosimeter ALADOX-S (»S« = »Senden«) ist ein Digitaldosimeter vom Typ ALADOX, welches um einen Sender zur drahtlosen Übertragung der Dosis erweitert wurde. Funktionen und Bedienung des ALADOX-S sind unverändert vom ALADOX übernommen.

Äußerliche Unterschiede zum Standarddosimeter sind sofort sichtbar: Aus der Frontplatte ragt links die Sendeantenne heraus. Die Beschriftung »mSv« musste deshalb etwas nach oben wandern. Außerdem ist das Gehäuse größer, da der Sender zusätzlichen Platz benötigt. Hierzu wurde unten am normalen Gehäuse ein weiteres Batteriefach angebracht. Das ursprüngliche Batteriefach nimmt jetzt den Sender auf, und das zusätzlich angebrachte Fach wird zum Batteriefach. Das Gewicht des Dosimeters vergrößert sich somit ebenfalls. Elektronik und Strahlungsdetektor sind unverändert vom Standarddosimeter übernommen.

Obwohl derjenige Teil des Gerätes, der für die Messung von Strahlung verantwortlich ist, sich nicht vom Standarddosimeter unterscheidet, hat das Gerät insgesamt dennoch eine andere »Bauart«. Daher gilt die PTB-Bauartzulassung für das ALADOX-S nicht. Eine PTB-Bauartzulassung des ALADOX-S haben wir nicht angestrebt, weil der Aufwand hierfür nicht in einem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zu den geringen Stückzahlen des ALADOX-S steht.

In folgenden technischen Daten unterscheidet sich das ALADOX-S vom eichfähigen ALADOX:

  • Umgebungstemperatur: -10°C bis +55°C (Bereich ist kleiner als beim Standarddosimeter wegen des kleineren Temperaturbereichs des Senders).
  • Betriebsdauer: ca. 100 Stunden mit Alkaline-Batterie (Tongeber aus) (deutlich geringere Betriebsdauer als beim Standarddosimeter wegen der zusätzlichen Stromaufnahme des Senders).
  • Abmessungen: Höhe 128 mm (ohne Antenne), Breite 60 mm, Tiefe 23 mm.
  • Länge der Antenne: ca. 175 mm.
  • Gewicht: ca. 195 g ohne Batterie, ca. 245 g mit Batterie 6LR61.
  • Über Funk übertragene Daten: Seriennummer des ALADOX-S, aktuelle Dosisleistung, Dosis, Kennungen über Warnzustand (Batterie, Dosisalarm, Zählrohrausfall).

6150AD-DEDer Datenempfänger 6150AD-DE wird über eine RS232-Schnittstelle mit einem PC verbunden und dient zum Empfang der Daten der Datensender 6150AD-DS und/oder der Funkdosimeter ALADOX-S. Der Empfänger ist mit Hilfe des PC auf verschiedene Frequenzen abstimmbar. Somit ist es möglich, bis zu 15 Kanäle zu empfangen. Die Stromversorgung erfolgt über eine 9V-Batterie (IEC 6LR61), die im Lieferumfang enthalten ist. Alternativ ist auch der Betrieb über das optionale Steckernetzteil 856.1.3 möglich. Zum Anschluss an dem PC wird das Verbindungskabel CK582 (DB-9 COMx, 1,8 m) empfohlen.


Die PC-Software TELDOS-M   LS05-0001 kommuniziert mit dem Datenempfänger 6150AD-DE. Dieser Software müssen Sie mitteilen, welche Sender und somit welche Frequenzkanäle Sie benutzen wollen. Dann sucht die Software auch nur auf diesen Kanälen nach Daten und vermeidet somit unnötiges Warten auf Daten von nicht benutzten Kanälen. Ein bestimmter Kanal wird ausgewählt, indem die Software per Kommando über die serielle RS232-Schnittstelle den Empfänger auf die jeweilige Frequenz abstimmt und danach die auf diesem Kanal empfangenen Daten auswertet. TELDOS-M bietet folgende Möglichkeiten:

  • Anzeige von Dosisleistung, Dosis, Gerätestatus in einer tabellarischen Form für jeden einzelnen Sender.

  • Verlaufsgrafik des Messwertes, hierbei ist eine Umschaltung zwischen Dosis und Dosisleistung sowie lineare und logarithmische Darstellung möglich.

  • Jeweils drei Warnschwellen für Dosis und Dosisleistung einstellbar.

  • Aufzeichnen der Messwerte auf Festplatte.

  • Lauffähig unter Windows® 98/2000/NT/XP/7/8/10.

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